Aus den Anfängen

1856, am 19. November, dem Todestag der heiligen Elisabeth von Thüringen, wird das St. Elisabeth-Siechenhaus eingeweiht.
Pfarrer Eduard Kuntze (Bild) und die Mitglieder des Kirchenvorstandes der Elisabeth-Gemeinde eröffnen in der Mitte des vorigen Jahrhunderts, im beginnenden industriellen Zeitalter, ein Heim, in dem pflegebedürftige alte Menschen versorgt werden können. Obwohl die Elisabeth-Gemeinde zu den ärmsten Berlins gehört, sammeln sie in kurzer Zeit 700 Taler und mieteten eine kleine 3-Zimmer-Wohnung auf dem "Verlorenen Weg" in der heutigen Schwedter Straße im Berliner Stadtbezirk Prenzlauer Berg. Dort werden neun Menschen von einer Kaiserswerther Diakonisse und einer Hausgehilfin aus Mecklenburg gepflegt und betreut. Sehr bald jedoch übersteigt die Nachfrage nach Pflegeplätzen die begrenzten Möglichkeiten.

Das Kuratorium entschließt sich darum, ein neues Haus auf dem Grundstück Schönhauser Allee 144 zu bauen, das der Zionsgemeinde für 16000 Taler abgekauft wurde. 1858 wird dieses Haus (für 50 Heimbewohner) eingeweiht.

1868 übernimmt Diakonisse Louise Senf die Leitung des Hauses bis zum Jahre 1883.

1874 kommt es erneut zu Überlegungen über den Standort eines neuen Pflegeheims. Die Stadt Berlin projektiert die heutige Eberswalder Straße, und diesem Projekt steht das bisherige Haus im Wege. Durch Zukauf zweier Parzellen im hinteren Garten wird das heutige St. Elisabeth-Stift in der Eberswalder Straße 17/18 im Jugendstil erbaut. Es wird mit Balkonen versehen, verfügt über hohe Räume und ist mit Korridoren und Badezimmern ausgestattet.
Das Stift, das 100 Heimbewohnern Platz bietet, wird im Jahre 1877 eingeweiht. 1893 wird dann das Herzstück der Einrichtung, die Kapelle, fertig gestellt. In späteren Jahren kommen noch zahlreiche Anbauten und Erweiterungen hinzu.
Am 01.10.1883 gründet die Stiftung eine eigene Diakonissenschwesternschaft. Diese setzen in den kommenden Jahrzehnten das Wort Jesu "Was ihr getan habt einem unter diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir getan" (Matthäus-Evangelium 25,40) in die Tat um. Während zweier Weltkriege, Inflation, Hunger und Evakuierungen tun sie aufopferungsvoll ihren Dienst an Alten und Kranken.
